CHF 50’000 in 48 Stunden? So geht’s!

Mit dem Crowdfunding-Projekt «Hilf mit, den HCD-Nachwuchs zu retten» haben Tatjana Stiffler und Ursina Matossi zusammen mit der Nachwuchsabteilung des Hockey Clubs Davos einen neuen Sammelrekord aufgestellt und tatsächlich in nur 48 Stunden mehr als 50’000 Franken für die Nachwuchsabteilung des HCD auf ibelieveinyou.ch generiert. Im Interview verrät Tatjana Stiffler ihr Erfolgsgeheimnis und warum sie vor dem Projektstart skeptisch waren.

Wie kam euch die Idee, ein Crowdfunding Projekt auf ibelieveinyou.ch zu erstellen?

Ich bin aktuell an meinem Masterstudium in Spitzensport in Magglingen. Einer der Kurse ist Sportmarketing. Dort kam Jocelyn Sommer (Leiter Crowdfunding bei I Believe In You) zu Besuch und hielt ein Referat über Crowdfunding ab. Danach war es unsere Aufgabe, zu zweit, ein solches Projekt zu starten. Kurz darauf spitzte sich die finanzielle Lage des Hockey Clubs Davos aufgrund von Corona so zu, dass Massnahmen beschlossen werden mussten. Somit lag es auf der Hand, dass wir dies mit I Believe In You in Angriff nehmen.

Warum habt ihr den HCD-Nachwuchs ausgewählt?

Ich arbeite bei den Junioren des Hockey Clubs Davos als Konditions-Trainerin und habe durch die enge Zusammenarbeit mit dem Nachwuchschef René Müller einen guten Einblick in die aktuelle Situation erhalten. Aufgrund der momentan sehr schwierigen Situation durch das Wegbleiben der Zuschauer und das Ausfallen des Spengler Cups fehlt sehr viel Geld in der Vereinskasse. Der Nachwuchs ist von den Einnahmen der ersten Mannschaft abhängig und somit wird auch dem Nachwuchs – und hier reden wir von über 150 Spieler/-innen, sehr viel Geld in der Kasse fehlen.
Allein schon die Busreisen zu den Auswärtsspielen kosten diese Abteilung über CHF 180’000 für eine Saison. Intern haben wir somit kurzfristig beschlossen mit CHF 50’000 ein grösseres Projekt zu wagen.

Was waren die nächsten Schritte und wie seid ihr die Projekterstellung angegangen?

Nachdem wir gemeinsam mit René Müller das Ziel unseres Projektes definiert hatten, haben wir einen Strategieplan erstellt, indem alle Prozesse aufgelistet worden sind. Danach haben wir ein Konzept und eine Timeline für das Projektvideo erstellt, welches wir spannend und kurzweilig gestalten wollten. Auch den Titel haben wir sorgfältig ausgewählt – es ist wichtig in einem Satz das Projekt so genau wie möglich zu beschreiben – und die Gegenleistungen wurden bestimmt. Zum Schluss haben wir noch den Kommunikationsplan erstellt und alle Aufgaben verschiedenen Mithelfer zugeteilt.

Wie sah euer Kommunikationsplan genau aus?

Wir haben genau aufgeschrieben, wann wo was durch wen auf welchen Kanälen zu machen ist. Ich denke, dies ist ein sehr wichtiger Faktor bei diesem Erfolg, da man die Übersicht behält und jederzeit weiss, was zu machen ist.

Wir haben alles unterteilt in:

  • Direct Marketing, z.B. Direct Mailing, direkt Personen anschreiben
  • Homepage & Instagram
  • Interne App für den Nachwuchs und WhatsApp

Worauf habt ihr besonders geachtet?

Wir haben im Studium gelernt, dass es wichtig ist, ein spannendes Projektvideo zu haben. Deswegen haben wir sehr darauf geachtet, dass das Video nicht zu lang ist, mit viel Abwechslung die Leute anspricht und inhaltlich alle Informationen enthält. So haben wir auch wichtige Personen in das Video eingebunden wie zum Beispiel den Nachwuchschef René Müller, oder unser Projektgötti Andres Ambühl, welcher die ganzen Nachwuchsstufen beim HCD selbst durchschritten hatte. Für das Video wurde ein genauer Zeitplan erstellt und konnte somit innerhalb eines Tages abgefilmt werden.

Ebenfalls ein wichtiger Punkt für ein erfolgreiches Projekt ist das Einbeziehen von Personen, welche in Bereichen helfen können in welchen man selbst weniger gut ist. Sei dies um das Video zu schneiden oder um das Netzwerk zu definieren und Kontakt zu wichtigen Personen herzustellen.

Habt ihr Leute direkt angeschrieben?

Selbst haben wir das Projekt schon auch persönlich an Leute geteilt, jedoch ging ein Grossteil der Information über Direct Mailing, WhatsApp, Instagram und unsere Homepages raus.

Wie kam das Projekt bei den Leuten an?

Es kam wirklich sehr gut an. Ich dachte zu Beginn, dass es ein bisschen zwiespältig ankommen könnte in dieser Corona-Krise. Vor allem, weil der Sport in der Schweiz leider nicht immer die nötige Anerkennung bekommt. All diese Sorgen wurden aber schnell weggewischt, als wir das Projekt gestartet haben. Ich habe nichts Negatives gehört, im Gegenteil spürten wir schnell grosse Begeisterung und einen riesigen Support von vielen Leuten.

Was mich am meisten bei diesem Projekt fasziniert hat, ist, wie schnell man etwas Grosses schaffen kann, wenn alle Menschen an einem Strang ziehen.

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